Entenjagd – Tipps und Tricks, Gesetze und Equipment

Die Entenjagd begeistert Jäger weltweit, bringt köstliches Wildbret und ist fordernd für unsere Jagdhunde. Hier erfährst du, wie du nachhaltigen Erfolg bei der Entenjagd hast, worauf du achten musst und welches Equipment dir dabei hilft, Strecke zu machen.

Entenjagd – Tipps und Tricks, Gesetze und Equipment

Das findest du in diesem Artikel

    In Deutschland hat die Entenjagd einen großen Stellenwert. Flächendeckend wird die Herausforderung, die Arbeit der Hunde, sowie das erbeutete Wildbret geschätzt. Vor allem die Stockente steht hier im Fokus. Vom 1. September (beziehungsweise 16. September) bis zum 15. Januar darf sie bejagt werden und kommt in einer Vielzahl von Jagdrevieren vor.

    Während einige Jäger große Erfolge verbuchen und Strecke erzielen können, gehen andere regelmäßig leer aus. Woran das liegt und wie man das ändern kann. werden wir hier aufklären.

    Die Hege der Wildenten

    Das Niederwild hat es in heutigen Zeiten sehr schwer. Deutschlandweit gehen die Strecken zurück. Einflussfaktoren gibt es viele. Der Klimawandel, Herausforderungen in der Landwirtschaft, Biotopveränderungen und Prädatorendruck sind nur einige.

    Als Jäger oder Jägerin kannst du Einfluss darauf nehmen, wie wohl sich Wildenten im Revier fühlen. Durch gezielte Hegemaßnahmen kann der Bestand positiv beeinflusst werden.

    Prädatorenmanagement

    Wer Enten jagen will muss die zuvor hegen

    Wildenten haben viele Feinde, die ihnen das Leben schwer machen. Sie konnten in den letzten Jahrzehnten von den Veränderungen in den meisten Revieren stark profitieren und die Populationen an Prädatoren sind enorm gestiegen. Es ist unsere Aufgabe das Niederwild zu schützen und durch ein sinnvolles Prädatorenmanagement einzugreifen.

    Vor allem Fuchs, Marder und Rabenkrähe machen ihnen zu schaffen und unterliegen dem Jagdrecht. Wer hier regelmäßig Beute macht und mittels Fallenjagd effizient in den Bestand eingreift, fördert damit den Bestand an Wildenten und anderen Bodenbrütern dauerhaft.

    Eine achtsame Bejagung

    Als Jäger muss stets darauf geachtet werden, dass bei der Bejagung nicht zu stark in den Bestand der Stockente und anderen Entenarten eingegriffen wird. Trotz der besseren Tarnung sind vor allem Weibchen von Prädatoren bedroht. Beim Brüten sind sie leichte Opfer, was dazu führt, dass meist ein Ungleichgewicht zugunsten der Erpel besteht. Das ist auf Entenjagden zu berücksichtigen.

    Aufgrund des farbenfrohen Gefieders sind sie leicht anzusprechen und sollten vorrangig bejagt werden.

    Ist der Winter streng, oder die Bedingungen für Wildenten aus anderen Gründen schwierig, ist auf eine Jagd zu verzichten.

    Biotoppflege

    Wildenten benötigen, wie jede Wildart, geeignete Deckung und Äsung. Vor allem die Gewässer stehen hier im Fokus. Idealerweise bieten sie Ruhezonen, Sonnenplätze, ausreichend Deckung und sind nicht zugewachsen.

    Wer die Möglichkeit hat, Teiche und Tümpel anzulegen, kann auf diese Weise einen großen Beitrag leisten. Alternativ sollte man sich darauf konzentrieren, bestehende Gewässer – vor allem im Uferbereich – zu pflegen.

    Die Pflanzung von geeigneten Ufergehölzen, beispielsweise Eichen, Erlen und Weiden, die Vermeidung einer großflächigen Beschattung und die Schaffung guter Nistplätze sind effektive Mittel.

    Enten anlocken – drei Möglichkeiten

    Wer die Entenjagd praktizieren will, bereitet diese liebevoll vor und will am Tag der Jagd Beute machen. Das Anlocken der Enten spielt dabei eine wichtige Rolle. Grundlegend gibt es hier drei Möglichkeiten, die sich gegenseitig ergänzen können.

    Enten kirren

    Die wahrscheinlich effektivste Möglichkeit, um Enten nachhaltig anlocken zu können, ist die Kirrung. Die Breitschnäbel sind im Herbst und Winter stets auf der Suche nach Äsung. Wird ihnen hier regelmäßig Kirrgut angeboten, gewöhnen sie sich schnell daran, hier in den Abendstunden einzufallen. Es gibt jedoch einige Dinge, die unbedingt beachtet werden müssen.

    Als Kirrgut eignen sich vor allem Weizen, Gerste und Eicheln. Dieses ist allerdings niemals im Wasser auszubringen. Auf diesem Wege trägst du ungewollt eine große Anzahl an Nährstoffen in das Gewässer ein. Auch die Ausbringung des Kirrgutes an Land ist nicht sinnvoll, da du auf diese Weise Ratten anlockst, die eine Gefahr für Küken und Gelege darstellen.

    Am sinnvollsten ist der Bau eines Floßes, in welchem du das Kirrgut den Stockenten und anderen Entenarten anbietest. 

    Bitte beachte stets die Kirrverordnung deines Bundeslandes.

    Der Einsatz von Lockenten

    Wildenten äugen hervorragend und halten ständig Ausschau nach Gefahren und Indizien für sichere Orte. Eräugen sie Artgenossen, gehen sie davon aus, dass diese Äsung und Deckung gefunden haben. Das verleitet sie zum Einfallen und gibt dir als Jäger die Möglichkeit, Beute zu machen.

    Befestige Lockenten auf dem Gewässer so, dass sie natürlich wirken und aus der Luft gut sichtbar sind. Sie werden dazu beitragen, dass mehr Enten dein Gewässer annehmen und unvorsichtig werden.

    Beachte allerdings, dass Befestigungsschnüre der Lockvögel im Wasser einen Gefahr für die Hunde darstellen. Sie solltest du erst dann zum Apport schicken, wenn du die Lockenten samt Befestigungsschnüren entfernt hast.

    Akustische Entenlocker

    Enten reagieren auf Geräusche ihrer Artgenossen. Diese geben Auskunft darüber, wo sie sich befinden und wohlfühlen. Besonders in Kombination mit eine guten Lockbild lassen sich so Enten aus der näheren Umgebung anlocken, die ohne den Einsatz die Lockenten nicht eräugt hätten. Der akustische Reiz in Kombination mit dem optischen Reiz verstärkt die Lockwirkung und wird dir eine erfolgreiche Entenjagd bescheren.

    Drei mögliche Jagdarten auf Enten

    Enten kirren schafft Beständigkeit

    Die Jagd auf Enten ist vielfältig und aufregend. Nachfolgend möchten wir dir drei Jagdarten vorstellen, die Erfolg versprechen. Welche du davon wählst, hängt von den örtlichen Gegebenheiten, deinen Möglichkeiten und persönlichen Präferenzen ab.

    Die Pirsch auf Enten

    Auf der Pirsch lernt man das Revier kennen. Wenn du noch nicht genau weißt, wo die Enten sich tagsüber aufhalten, ist es sinnvoll, alleine oder zu zweit zu Fuß loszuziehen. Schnapp dir deine Flinte und deinen Hund und geh die Gewässer deines Revieres bei Tag ab.

    Du bist auf der Suche nach den Tageseinständen der Wildenten (meist Stockenten). Achte vor allem darauf, dass du leise und unauffällig bist. Andernfalls wirst du nicht auf die notwendige Schussentfernung an die Enten heran kommen.

    Treibjagd

    Wer über große Schilfflächen und Gewässer verfügt, kann einen Treibjagd auf Enten veranstalten. Bei dieser werden Schützen im Wind entlang eines Gewässers positioniert. Treiber und Hunde haben die Aufgabe, die Enten zum Abstreichen zu bewegen, sodass sie sich auf die Schützenkette zu bewegen und diese zum Schuss kommt.

    Der Entenstrich

    Die häufigste und meist effizienteste Möglichkeit der Entenjagd ist der Entenstrich. Hier nutzt man auf der Jagd die Gewissheit, dass Enten in der Dämmerung zwischen Äsungsplatz und Rastplatz streichen.

    Am Gewässer warten die Schützen im Anstand (also in Deckung, sodass die Enten sie nicht eräugen können) darauf, dass sie einfallen.

    Hier ist vor allem darauf zu achten, dass nicht zu früh geschossen wird. Lasst die Enten in Ruhe einfallen und wartet, ob sich weitere am Himmel blicken lassen und das Gewässer annehmen. Beim Abstreichen sind sie meist ohnehin leichter zu erlegen.

    Entenjagd niemals ohne brauchbaren Hund

    Auch wenn die Jagd auf Federwild einen großen Reiz hat, darf sie niemals ohne einen brauchbaren Hund durchgeführt werden. Das gebietet sowohl das Jagdgesetz, als auch die Waidgerechtigkeit.

    Nur weil ein Hund vor dem Gesetz für den Einsatz auf der Entenjagd geeignet ist, heißt das jedoch nicht, dass dies tatsächlich der Fall ist. Es sollte stets ein erfahrener Hund zur Verfügung stehen, auf den Verlass ist.

    Vor allem auf der Entenschleppe, im Apport und der Bringtreue muss er eingearbeitet sein. Sollte die Standruhe ein Problem darstellen, ist er zunächst im Auto zu lassen, um den Jagderfolg nicht zu gefährden.

    Empfehlenswertes Equipment für die Entenjagd

    Ich bin kein Freund davon jede Jagd in einer Materialschlacht ausarten zu lassen. Es ist befreiend ohne viel Ausrüstung die Natur zu genießen und Beute zu machen. Wer erfolgreich Enten jagen möchte, muss diese jedoch gewissenhaft vorbereiten. Nützliches Equipment trägt erheblich dazu bei, dass am Jagdtag alles passt und ein schöner Jagdtag erlebt werden kann.

    Die richtige Flinte und passende Munition

    Stockerpel streicht ab

    Wer die Wahl hat, greift bei der Entenjagd nicht zur Kipplaufflinte, sondern zu einer Selbstladeflinte. Da Enten in Schöfen einfallen, ist es wichtig, schnell viele Schüsse abgeben zu können. Das umständliche Nachladen bei einer Kipplaufflinte kostet wertvolle Zeit, in der die Enten meist eine sinnvolle Schussdistanz verlassen haben.

    Welche Munition gewählt wird, hängt vor allem von den Regelungen im jeweiligen Bundesland (Stichwort Bleischrot) ab und von der erwarteten Schussdistanz.

    Wer beispielsweise beim Entenstrich auf kurze Distanz schießt, greift eher zu einem kleinere Kaliber, beispielsweise 2,7 mm mit 32 – 34 g.

    Auf der Pirsch und auf Treibjagden ist die Schussdistanz häufig größer, weshalb Schrote im Kaliber 3,0 mm und etwa 36g Vorlage empfehlenswert sind.

    Falls Bleischrote keine Option sind, sollte aufgrund der geringeren Dichte von Weicheisen das Kaliber eine Nummer größer gewählt werden.

    Ein aktiver Gehörschutz

    Auf der Jagd ist ein Gehörschutz Pflicht. Wer mit älteren Jägern spricht, wird sich schnell davon überzeugen können, dass irreparable Schädigungen des Gehörs in der Generation weit verbreitet sind und viele Beeinträchtigungen mit sich bringen.

    Vor allem auf der Entenjagd lohnt sich die Investition in einen aktiven Gehörschutz. Einfallende Enten kündigen sich häufig akustisch an, sodass man zusätzliche Zeit gewinnt, um sich schussbereit zu machen.

    Auch wenn Smartphones etliche Möglichkeiten der stummen Kommunikation bieten, ist es meist sinnvoller miteinander zu sprechen. Die hellen Displays können von Enten aus der Luft gut eräugt werden. Auch hier hilft ein aktiver Gehörschutz.

    Ein Tarnschirm

    Deckung ist besonders wichtig. Ist man für Federwild sichtbar, wird es nicht einfallen. Sollte das Gelände keine gute Deckung bieten, ist ein Tarnschirm eine gute Alternative. Ihn hat man schnell auf- und abgebaut und er trägt erheblich zum Jagderfolg bei. Tarnkleidung ist durch ihn nicht notwendig.

    Eine Kopfbedeckung

    Das wichtigste Kleidungsstück bei der Jagd auf Enten ist eine Kopfbedeckung. Auch wenn ein Jagdhut mit verschiedenen Abzeichen beim Schüsseltreiben Eindruck schinden kann, lenkt er ungewollte Aufmerksamkeit auf sich. Besser geeignet ist eine Jagdkappe im Tarnmuster. Der Schirm der Kappe verdeckt zuverlässig das helle Gesicht.

    Handschuhe

    Unsere Hände sind hell und oft in Bewegung. Eine schlechte Kombination, wenn man im Verborgenen bleiben will. Handschuhe im Tarnmuster sind daher sehr empfehlenswert und vermeiden, dass die Wildenten dich aus der Luft eräugen können.

    Taschenlampen

    Da der Entenstrich in der Dämmerung stattfindet, endet er im Dunkeln. Auch wenn unsere Jagdhunde vor allem aufgrund von Witterung arbeiten sollen, sind wir als Hundeführer dazu verpflichtet, sie nach Möglichkeit zu unterstützen. Eine gute Jagd Taschenlampe gehört ohnehin in jeden Jagdrucksack und muss in jedem Fall auf der Entenjagd mitgeführt werden.

    Häufig gestellte Fragen

    Was sind geeignete Hunde für die Entenjagd?

    Welche Munition ist für die Entenjagd sinnvoll?

    Welche Flinte für die Entenjagd?

    Welche Enten darf man jagen?

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