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Wärmebildvorsatzgerät - Test,

Wärmebildvorsatzgeräte sind auf dem Vormarsch und gewinnen von Tag zu Tag an Beliebtheit. Da die Schwarzwildbejagung immer anspruchsvoller wird, die Population von Jahr zu Jahr steigt und die afrikanische Schweinepest gefährlich nah an der deutschen Grenze steht, müssen Lösungen für die effektive Bejagung gefunden werden. Ein weiterer Faktor sind explodierende Wildschäden, die ein großes Loch in die Finanzen des Pächters reißen können. Immer wieder hört man von Revieren, in denen die Wildschäden längst fünfstellig pro Jagdjahr sind.

Angesichts solcher Entwicklungen sympathisieren immer mehr Jäger mit dem Kauf eines Wärmebildvorsatzgerätes. Hier erfahren Sie, wie die rechtliche Situation ist, welches Wärmebildvorsatzgerät in unserem Test gut abgeschnitten hat, wie man ein solches einschießt, wie Sie ein gutes Optiksystem aufsetzen und worauf auf der Jagd noch zu achten ist.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Wärmebildvorsatzgerät.

Nach diesen Kriterien haben wir die Wärmebildvorsatzgeräte getestet

Bildqualität und Präzision

Besonders wichtig bei einem Wärmebildvorsatzgerät ist, dass man mit ihm einen waidgerechten und präzisen Schuss abgeben kann. Dazu ist vor allem die Qualität des Detektors entscheidend.

Montage

Die Montage des Wärmebildvorsatzgerätes muss exakt, fest und auch nach der Schussabgabe und einem Anstoßen sicher sein.

Gewicht

Je schwerer die Montage, desto schwerer wird die Waffe. Vor allem auf der nächtlichen Pirsch sollte man darauf achten, dass das Wärmebildvorsatzgerät nicht zu schwer und unhandlich ist.

Preis

Selbstverständlich spielen auch der Preis und das Preis-Leistungsverhältnis eine Rolle. In den letzten Jahren ist die Technik deutlich preiswerter geworden und in Relation zu dem erbeuteten Wildbret und den vermiedenen Wildschäden ist die Anschaffung preiswert, aber dennoch gibt es hochpreisige und preiswertere Modelle.

Die Top 3 Der Wärmebildvorsatzgeräte

Wärmebildvorsatzgeräte gibt es in vielen unterschiedlichen Preisklasse. Wir haben uns bemüht insgesamt drei ausgezeichnete Geräte zu identifizieren. Auf diesem Wege sollte jeder Jäger mit einem Mindestbudget ein für seine Ansprüche passendes Wärmebildvorsatzgerät finden können.

Preisssieger – das Pulsar Core FQX55

Das Pulsar Core FXQ55 ist unser Preissieger. Das liegt vor allem daran, dass dieses Wärmebildvorsatzgerät eine vernünftige Detektorauflösung von 384 x 288 Pixeln, einen Pixel Pitch von 17 µm und eine Sehfeldbreite von 13,1m auf 100m Distanz hat. Es wiegt etwa 550g.

Im Dauerbetrieb hält der Akku etwa 4 Stunden und das Entdecken von Wild ist auf bis zu 1.800m möglich.

Ein gutes Wärmebildvorsatzgerät mit einem vertretbaren Preis. Günstiger ist aktuell kein brauchbares Gerät zu haben.

Beim Kauf ist jedoch darauf zu achten, dass je nach Zielfernrohr ein Adapterring zur sicheren Montage notwendig ist.

 

Pulsar Wärmebildgerät Core FXQ55 BW

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Unser Preis-Leistungssieger – JSA TA 435 Wärmebildvorsatzgerät

Der Preis-Leistungssieger in unserem Test ist das JSA TA 435. Es ist nur marginal kostspieliger als das Gerät aus dem Hause Pulsar, allerdings etwas besser.

Der Detektor ist mit einer Auflösung von 400×300 Pixeln einen Hauch im Vorteil. Es gibt unterschiedliche Farb- und Kontrastmodi es das Gerät verfügt über einen 1024×768 Pixel großen OLED Bildschirm. Diese Größe ist ausreichend um bis zu einer 6-fachen Vergrößerung des Zielfernrohrs detailreich sehen zu können.

Mit einem Gewicht von etwa 500g ist es etwas leichter als das Wärmebildvorsatzgerät von Pulsar, allerdings hält der Akku bei Dauerbetrieb nur etwa 3 Stunden (abhängig von der Temperatur).

Auch hier muss gegebenenfalls ein Adapterring gekauft werden.

https://www.frankonia.de/p/nightlux/w%C3%A4rmebildger%C3%A4t-vorsatzger%C3%A4t-jsa-ta-435/2005179?query=Vorsatzger%C3%A4tLeistungssieger

Unser Leistungssieger – das Liemke Milan 35

Das derzeit beste Wärmebildvorsatzgerät kommt aus dem Hause Liemke und heißt Milan 35. Beeindruckend ist hier vor allem der hochauflösende 640×480 Pixel Vox Detektor mit einem Pixel Pitch von 12 µm. Während die meisten Geräte eine Bildfrequenz von 50Hz haben, glänzt man hier durch eine Bildfrequenz von 60Hz.

Es kann 2-8x gezoomt werden und das Liemke Milan 35 wiegt etwa 600g. Es sind Klemmadapter für nahezu jedes Zielfernrohr vorhanden und die Batterielaufzeit liegt bei etwa 4 Stunden.

Beim Kauf eines solchen Wärmebildvorsatzgerätes erhält man eine 8-jährige Garantie vom Hersteller.

Rechtliches zum Thema Wärmebildvorsatzgeräte

Wenn man über Wärmebildkameras spricht, muss man hier unter drei Kategorien unterscheiden:

  • Handgeräte
  • Zielgeräte
  • Multifunktionsgeräte

Wärmebildkameras, welche ausschließlich für den Gebrauch in der Hand konstruiert wurden, sind im gesamten Bundesgebiet erlaubt.

Zielgeräte hingegen sind im gesamten Bundesgebiet verboten. Ein Gerät wird als solches klassifiziert, sobald es eine der drei Kriterien erfüllt:

  1. Es ist als Nachtzieloptik konstruiert
  2. Es verfügt über ein Absehen (verstellbar oder nicht-verstellbar)
  3. Es ist fest auf der Waffe montiert

Multifunktionsgeräte sind in Deutschland vollkommen legal. Darunter fallen alle Wärmebildkameras, die in der Hand geführt, auf ein Spektiv montiert, vor einen Fotoapparat geschaltet, auf einem Helm geschnallt, oder vor einem Zielfernrohr gefestigt werden können.

Solche Wärmebildvorsatzgeräte dürfen frei erworben und mitgeführt werden. Es ist jedoch illegal sie auf einer Waffe zu montieren.

Ausnahmen in Baden-Württemberg und Bayern

Aktuell (Stand Januar 2020) besteht die Möglichkeit in Baden-Württemberg und Bayern eine Genehmigung für die Montage eines Wärmebildvorsatzgerätes auf einer Schusswaffe zu erhalten.

Dazu müssen die beiden Kriterien erfüllt sein:

  1. Man muss Revierpächter sein
  2. Man muss Wildschäden nachweisen können

Erfüllt man diese beiden Kriterien, sollte im Regelfall eine Genehmigung erteilt werden.

Es ist davon auszugehen, dass sich in den kommenden Jahren die gesetzlichen Vorschriften auch in weiteren Bundesländern lockern werden.

Wärmebildvorsatzgeräte einschießen – So geht es

Wer ein Wärmebildvorsatzgeräte vor seiner Zieltopik montiert, muss damit rechnen, dass sich die Treffpunktlage verändert. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig das neue System einzuschießen.

Idealerweise begibt man sich zu diesem Zweck auf einen Schießstand mit einer 100m Bahn, auf der bei Dunkelheit geschossen werden kann.

Auf der Zielscheibe sollte ein Wärmekissen angebracht werden, welches durch das Wärmebildvorsatzgerät gesehen wird. Nun gibt man einen Schuss ab, misst die Abweichung vom gewünschten Treffpunkt und verstellt das Absehen des Zielfernrohres entsprechend.

Sollte man keinen solchen Schießstand zur Verfügung haben, ist auch ein Einschießen im Revier denkbar. Warme Dosen werden zwar gerne verwendet, erlauben aber nicht die notwendige Präzision. Auch hier raten wir zu einem Wärmekissen und einer Zielscheibe.

Wie präzise kann mit einem Wärmebildvorsatzgerät geschossen werden?

Wie hoch die Präzision der Waffe ist, hängt maßgeblich von der Qualität des Detektors des Wärmebildvorsatzgerätes ab. Je höher diese ist, desto präziser wird das gesamte System sein.

Auch das Zielfernrohr spielt hier eine Rolle. Je höher die Vergrößerung eingestellt ist, desto grobpixeliger wird das Ziel erscheinen. Erfahrungsgemäß sollte es auf eine 4-6-fache Vergrößerung eingestellt sein. Darüber hinaus sollte man den digitalen Zoom des Wärmebildvorsatzgerätes nutzen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Schüsse auf eine maximale Distanz von 150m waidgerecht auszuführen sind. Voraussetzung dafür ist allerdings eine fehlerfreie Montage, ein genaues Einschießen, ein qualitativ hochwertiges Wärmebildvorsatzgerät und ein stimmiges Zielfernrohr.

Welches Zielfernrohr ist in Kombination mit einem Wärmebildvorsatzgerät sinnvoll?

Bei der Wahl des Zielfernrohres ist auf einige Dinge zu achten, wenn es auch die nächtliche Pirsch mit Wärmebildvorsatzgerät gehen soll.

Zunächst sei gesagt, dass aufgrund der Technik keine hohen Transmissionswerte notwendig sind. DA ein digitales Bild mittels Wärmebildtechnik erzeugt wird, sind wir nicht darauf angewiesen möglichst viel Restlicht zu sammeln. Der Objektivdurchmesser muss also nicht groß sein.

Darüber hinaus ist auch eine besonders hohe Vergrößerung nicht notwendig. In der Praxis wird man fast immer mit 2-6-facher Vergrößerung schießen.

Ideal sind schlanke Drückjagdgläser mit einem geringen Objektivdurchmesser, einer kurzen Länge und einer Vergrößerung bis maximal 6-fach. Diese sind in der Regel preiswert. Das gesparte Geld sollte man in ein hochwertiges Wärmebildvorsatzgerät investieren.

Die richtige Waffe für den Einsatz eines Wärmebildvorsatzgerätes

Prinzipiell kann ein Wärmebildvorsatzgerät auf jeder Waffe verwendet werden. Allerdings gibt es einige Waffentypen, bei denen es regelmäßig zu Problemen kommt. Durch die Montage eines Wärmebildvorsatzgerätes verlängert sich die Zieloptik deutlich. Je nach Höhe der Montage kann das dazu führen, dass am Lauf montierte Kimmen und Körner im Weg sind.

Sollte dies bei Ihrer Waffe der Fall sein, sollten Sie im Vorfeld genau ausmessen wie lang Ihre Zieloptik insgesamt wird. In vielen Fällen hilft nur der Gang zum Büchsenmacher, der Kimme und gegebenenfalls Korn entfernt.

Es empfiehlt sich eine dezidierte Waffe ausschließlich für die Nachtjagd samt Wärmebildvorsatzgerätes zu verwenden. Auf diese Weise erspart man sich ein regelmäßiges Umstecken, was auf Kosten der Präzision geschehen kann.

Braucht man eine zusätzliche Wärmebildkamera für die Nachtjagd?

Prinzipiell sind Wärmebildvorsatzgeräte als Handkamera, also auch als Zieloptik einsetzbar. Wer jedoch zur Praxis schreitet wird schnell feststellen, dass das Montieren bei Nacht viele Nachteile mit sich bringt:

  • Es kostet Zeit
  • Es ist laut
  • In der Dunkelheit passieren Fehler
  • Nach dem Schuss kann das flüchtende Wild nicht beobachtet werden

Aus diesem Grund ist es prinzipiell sinnvoll nicht nur ein Wärmebildvorsatzgerät zu verwenden, sondern darüber hinaus eine Wärmebildkamera für die Jagd mitzuführen.

Worauf ist bei der Stromversorgung des Wärmebildvorsatzgerätes zu achten?

Bei der Auswahl eines Wärmebildvorsatzgerätes ist darauf zu achten, dass es nicht nur per Batterie, sondern auch per Akku betrieben werden kann. Das hat die folgenden Gründe:

  • Es ist preiswerter
  • Der Akku kann in der Nacht aufgeladen werden

Die gängigen Batterien für Wärmebildvorsatzgeräte sind im Einzelhandel sehr teuer und so steigen die Kosten für den Betrieb enorm. Durch den Einsatz von Akkus spart man langfristig Geld.

Besonders zu bevorzugen sind Wärmebildvorsatzgeräte, deren Akku per USB, oder Mini-USB aufgeladen werden kann. Auf diese Weise kann man eine Powerbank einsetzen und läuft somit nicht Gefahr die Stromversorgung zu verlieren. Vor allem bei langen Ansitzen und ausgedehnten Jagdreisen ist das von großem Vorteil und bietet zusätzliche Sicherheit.

Besonders während der kalten Jahreszeit entladen sich die Akkus der Wärmebildvorsatzgeräte deutlich schneller, sodass eine Energiereserve in Form einer Powerbank nützlich ist.

Abschließende Worte

Die stetig ansteigenden Schwarzwildpopulationen, die enormen Wildschäden und die drohende afrikanische Schweinepest erfordern neue Bejagungsstrategien. Wer hier effektiv und waidgerecht gegen das nachtaktive Wild vorgehen möchte, kommt um ein Wärmebildvorsatzgerät nicht herum.

Als moderner Jäger sollte man die technischen Möglichkeiten der Gegenwart nutzen, um Strecke zu machen. Die Anschaffungskosten haben sich in der Regel schnell amortisiert. Vor allem erfahrenes Schwarzwild tritt nur selten bei gutem Mond aus, sodass eine effektive Bejagung ohne Wärmebildtechnik kaum möglich ist.