Jagdjuenger

Strecke legen nach der Jagd – so geht es richtig

Du willst lernen, wie man die Jagdstrecke richtig legt? Hier erklären wir alles, was du unbedingt wissen musst. Am Ende wirst du selbst alte Hasen mit deinem Wissen beeindrucken können!

Strecke legen nach der Jagd – so geht es richtig

Das findest du in diesem Artikel

    Das Legen der Strecke nach der Jagd ist jagdliches Brauchtum und gelebte Tradition. Nach nahezu jeder Gesellschaftsjagd wird die Strecke gelegt, doch dabei kommt es regelmäßig zu Fehlern. Damit sie dir nicht unterlaufen, haben wir diesen Ratgeber geschrieben. Hier wirst du lernen, wie man die Strecke legt, worauf dabei geachtet werden muss und wie alle Anwesenden diesen Teil der Gesellschaftsjagd gerne und lebhaft in guter Erinnerung behalten werden.

    Wir führen dich Schritt für Schritt an die perfekt gelegte Strecke nach der Jagd heran und warnen dich vor häufig auftretenden Fehlern.

    Strecke legen nach der Jagd

    Das letzte Bett

    Die Strecke wird immer auf dem letzten Bett gelegt. Dabei handelt es sich um gebrochene Zweige der bruchgerechten Holzarten (Eiche, Fichte, Erle, Kiefer, Tanne), die in rechteckiger Form auf dem Boden ausgelegt werden.

    Je nach Größe der Strecke wird lediglich ein Rahmen aus Zweigen gelegt.

    Häufig wird an den Ecken des letzten Bettes ein Schwedenfeuer oder Fackeln platziert und entzündet.

    Das erbeutete Wild wird auf das Bett, beziehungsweise innerhalb des Rahmens gelegt. Es wird nur von jenen Betreten, die die Strecke legen. Allen anderen Jagdteilnehmern ist dies untersagt.

    Die Strecke legen

    Die Beute der Gesellschaftsjagd wird nun auf oder in das letzte Bett gelegt. Dabei gibt es ein paar Regeln, die stets einzuhalten sind. Zunächst sei gesagt, dass es eine festgelegte Reihenfolge gibt, in der sie präsentiert werden.

    Das Wild wird stets in Reihen gelegt. In jeder Reihe findet man ausschließlich eine Wildart vor. Die Reihenfolge lautet:

    1. Rotwild
    2. Damwild
    3. Sikawild
    4. Schwarzwild
    5. Rehwild
    6. Füchse / weiteres Raubwild
    7. Hasen
    8. Kannin
    9. Landflugwild
    10. Wasserflugwild

    Falls dir das zu kompliziert ist, kannst du dir folgende Faustformel merken:
    „Hochwild vor Niederwild, Haarwild vor Federwild, Landflugwild vor Wasserflugwild.“

    Jedes Stück Wild ist stets auf die rechte Körperseite zu legen. Das ist jagdliches Brauchtum. Innerhalb der Wildart werden sie nach Stärke sortiert. Das stärkste Stück liegt dabei an erster Stelle, Geweih- und Gehörnträger liegen vor dem Kahlwild. Bei Trophäenträgern wird das Haupt aufgestellt.

    Alle Stücke einer Wildart liegen innerhalb der Reihe auf gleicher Höhe. Eine Ausnahme bildet jedes 10. Stück, welches eine halbe Körperlänge vorgezogen wird.

    Jedem erlegten Stück Schalenwild wird ein letzter Bissen in den Äser und Gebrech gegeben. Den letzten Bissen bekamen früher ausschließlich männliche Stücke. In einigen Regionen Deutschlands wird das noch immer so praktiziert. Das Schalenwild erhält einen Inbesitznahmebruch. Dieser zeigt beim männlichen Stück mit dem gebrochenen Ende zum Haupt, beim weiblichen Stück mit dem gewachsenen Ende.

    Und wo stehen die Jagdteilnehmer?

    Ist die Strecke gelegt, nehmen alle Jagdteilnehmer Position ein. Alle Schützen stehen vor dem Wild und blicken ihm in die Lichter. Der Jagdleiter steht, sowie eventuelle Beständer, auf der Kopfseite der Strecke. Mit Blick auf die Keulen stehen die Jagdhornbläser am rechten Flügel. Ebenfalls auf ihrer Seite steht die Treiberwehr. Links von ihnen positionieren sich die Hundeführer.

    Da diese in der heutigen Zeit in aller Regel selbst Jäger sind, findet man diese üblicherweise bei den Schützen.

    Früher war es üblich “in voller Montur” an der Strecke zu erscheinen. Man führte also die Waffe und brachte auch stets den Hund mit. 

    Der weitere Ablauf

    Ist die Strecke gelegt, erklingt das Jagdhornsignal “Sammeln der Jäger”. Haben sich alle Jagdteilnehmer an der Strecke eingefunden, übernimmt der Jagdleiter das Wort. In der Regel verliert er ein paar Worte über die zurückliegende Jagd und verteilt die Erlegerbrüche. Jeder Schütze der mit der Kugel zur Strecke beigetragen hat, erhält einen Bruch. Üblicherweise ist das der Fall, wenn Schalenwild, oder ein Fuchs mit der Kugel gestreckt wird.

    Nun lässt der Jagdleiter die Jagdhornbläser die Strecke in gelegter Reihenfolge verblasen.

    Im Anschluss erklingen die Jagdhornsignale “Jagd vorbei”, “Halali” und meistens “Zum Essen”.

    Einige Jäger ziehen beim Erklingen des Halali ihren Hut, andere tun das nicht. Dazu gibt es verschiedene Ansichten, die meist von Region zu Region unterschiedlich sind.

    Strecke legen – vermeidbare Peinlichkeiten

    Falls nicht anders verkündet, ist es gerne gesehen, wenn jeder beim Streckelegen anpackt. Jungjäger und noch unerfahrene Waidmänner und Waidfrauen dürfen gerne Fragen stellen und mithelfen.

    Du solltest vermeiden beim Verblasen der Strecke ohne Kopfbedeckung oder mit Getränk in der Hand anzutreten. Das Verblasen dient dazu dem Wild die letzte Ehre zu erweisen. Ihr habt unwiderruflich das Leben der Wildtiere genommen und zollt ihnen Respekt. Hier ist es nicht angebracht durch ständiges Filmen und Fotografieren aufzufallen.

    Sollte dir ein Erlegerbruch überreicht werden, trittst du an die Jagdleitung heran, ziehst deinen Hut, nimmst ihn entgegen, steckst ihn an die rechte Seite deines Hutes und setzt diesen wieder auf.

    Mittlerweile ist es ebenfalls akzeptiert eine Kappe zu tragen und den Bruch an der Bruchschlaufe auf der rechten Seite zu befestigen.

    Nicht gerne wird es gesehen, wenn du ohne Kopfbedeckung den Bruch in Empfang nimmst, diesen in die Hemdtasche, oder die Hosentasche steckst, oder auf der Rückseite deiner Kappe befestigst.

    Häufig gestellte Fragen

    Auf welcher Seite liegt das Wild?

    Wohin steckt man den Erlegerbruch?

    Wo stehen beim Strecke legen die Schützen?

    Wo stehen beim Strecke legen die Jagdhornbläser?

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