Brüche und Bruchzeichen der Jagd

Du möchtest das Brauchtum ehren und vor erfahrenen Jägern und Jägerinnen eine gute Figur machen? Dann musst du dich mit Brüchen und Bruchzeichen beschäftigen. Sie sind eine wundervolle Tradition und werden seit vielen Generationen angewandt. Wir erklären dir, welche Brüche es gibt, was sie bedeuten und worauf besonders zu achten ist.

Brüche und Bruchzeichen der Jagd

Das findest du in diesem Artikel

    Ein Großteil der Jägerinnen und Jäger ist in einem Jägerhaushalt aufgewachsen. Meist ist bereits mindestens ein Elternteil zur Jagd gegangen und gibt diese Familientradition an den Nachwuchs weiter. Doch immer mehr Menschen interessieren sich für die Jagd, auch wenn sie keine familiäre Vorprägung haben. Sie wollen die Natur erleben, mehr über das heimische Wild erfahren und einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Auch das köstliche und qualitativ sehr hochwertige Wildbret spielt eine große Rolle.

    Wer allerdings keinerlei Vorprägung hat, hat es oft schwer altes Brauchtum zu erlernen.

    Doch Brüche und Bruchzeichen sind auf der Jagd unabdingbar und haben einen enormen Stellenwert.

    Die bruchgerechten Holzarten

    Meist werden Zweige der Eiche für den Jagd Bruch verwendet

    Für Brüche werden stets Zweige der bruchgerechten Holzarten verwendet. Bei diesen handelt es sich um die folgenden:

    • Eiche
    • Fichte
    • Erle
    • Kiefer
    • Tanne

    Reihst du die Anfangsbuchstaben aneinander, erhältst du E-F-E-K-T als Eselsbrücke.

    Alternativ bleibt auch das Merkwort “Ta-Fi-Ki-Ei-Er im Sinn.

    Sollte keine der bruchgerechten Holzarten in der Nähe sein, muss man sich jedoch nicht verrückt machen. Auch andere Zweige und Pflanzen können dann Verwendung finden. Für den letzten Bissen kann beispielsweise auch das verwendet werden, was das erlegte Stück Wild zuletzt geäst hat.

    Brüche werden immer vom Baum gebrochen, niemals geschnitten. Zur weiteren Bearbeitung kann das Jagdmesser genutzt werden.

    Brüche und Bruchzeichen auf der Jagd

    Grundlegend unterteilt man die verschiedenen Brüche und Bruchzeichen in zwei Kategorien:

    • Brauchtumsbrüche
    • Mitteilungsbrüche

    Während Mitteilungsbrüche der Kommunikation der Jäger untereinander dienen, erweisen Bruchtumsbrüche in der Regel dem Wild, oder einem Jäger, die letzte Ehre, oder spiegeln den eigenen Gemütszustand wider.

    Vor allem die Mtteilungsbrüche sind, trotz Smartphone, noch immer ein wichtiger Kommunikationskanal. Aus diesem Grund möchten ich mit ihnen beginnen.

    Der Schützenbruch oder Erlegerbruch

    Der Schützenbruch ist der am häufigsten verwendete Bruch. Er zeigt anderen Jägern an, dass man Beute gemacht hat. Er besteht aus einem abgebrochenen und unbehandelten  Zweig, der mit dem Schweiß des erlegten Stückes benetzt an der rechten Seite des Jagdhuts getragen wird.

    Immer häufiger sieht man es, dass Jäger die eine Kappe tragen den Bruch auf der Rückseite dieser befestigen. Das sollte man vermeiden und lieber zu einer Kappe greifen, die an der rechten Seite eine Befestigung für den Erlegerbruch hat.

    Auf Gesellschaftsjagden überreicht der Jagdleiter am Streckenplatz den Erlegerbruch. Er übergibt ihn auf der Klinge des Hirschfängers oder Waidblattes. Alternativ zieht er seinen Hut und überreicht den Schützenbruch auf ihm.

    Kommt ein Stück Wild auf einer Nachsuche zur Strecke, so übergibt der Hundeführer dem Schützen den Bruch. Dieser teilt ihn und steckt ihm dem nachsuchenden Hund an die Halsung.

    Ist man alleine auf der Jagd, bricht man sich den Erlegerbruch selbst.

    Wichtig:

    Einen Erlegerbruch gibt es nur für bruchwürdiges Wild. Dabei handelt es sich um die folgenden Wildarten:

    • alles Schalenwild
    • Raufußhühner
    • Murmeltiere
    • Fuchs (mit der Kugel geschossen)

    Der Inbesitznahmebruch

    Ist keine bruchtgerechte Holzart in der Nähe nimmt man eine Alternative

    Mit dem Inbesitznahmebruch oder Aneignungsbruch zeigt ein Jäger an, dass er das erlegte Stück Wild in seinen Besitz nimmt. Bei ihm handelt es sich um einen abgebrochenen, unbearbeiteten Ast, der auf den Ein- oder Ausschuss auf dem Wildkörper gelegt wird.

    Bei männlichen Stücken zeigt das abgebrochene Ende zum Haupt. Bei weiblichem Wild zeigt das gewachsene Ende zum Haupt.

    Der Anschussbruch

    Immer wenn ein Stück Wild nicht in Sichtweite verendet, ist der Anschuss zu verbrechen. Dazu nimmt man einen ausreichend langen, unbearbeiteten Ast und steckt diesen am Ort des Anschusses senkrecht in den Boden.

    Er markiert diese wichtige Stelle für spätere Nachsuchen und stellt sicher, dass der Hundeführer ihn auch dann findet, wenn der Schütze nicht vor Ort ist, oder seine Erinnerun verblasst.

    Der Folgebruch

    Der Folgebruch befindet sich direkt am Anschussbruch. Bei ihm handelt es sich um einen Ast, der etwa eine halbe Armlänge misst. Zwischen dem Laub oder den Nadeln wird er von der Rinde befreit. Er zeigt in die Richtung, in der das beschossene Stück Wild nach dem Schuss geflüchtet ist.

    Der Hauptbruch

    Jagd Bruchzeichen transportieren wichtige Informationen

    Bei dem Hauptbruch handelt es sich um einen etwa armlangen Zweig, der zwischen Laub oder Nadeln von der Rinde befreit wird. Ihn legt man auf den Boden, oder hängt ihn in Sichthöhe auf. Er soll die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken, oder auf eine Besonderheit hinweisen.

    Der Leitbruch

    Der Leitbruch ist ein Zweig von halber Armlänge, der zwischen Laub und Nadeln von der Rinde befreit und auf den Boden gelegt wird. Er signalisiert, dass dem gewachsenen Ende gefolgt werden soll.

    Beim Auslegen ist stets darauf zu achten, dass von einem Leitbruch bis zum nächsten gesehen werden kann.

    Der Warnbruch

    Der Warnbruch warnt vor einer unsicheren Stelle oder einer drohenden Gefahr. Für ihn wird ein junger Zweig verwendet, der vollständig von Trieben und der Rinde befreit wird. Anschließend wird er zu einem Kreis gebunden und auf der Erde ausgelegt, oder gut sichtbar aufgehangen. Häufig findet man ihn vor Fallen, oder vor maroden Hochsitzen.

    Der Wartebruch

    Findest du zwei Zweige die ein Kreuz bilden vor, so handelt es sich um einen Wartebruch. Dieser markiert eine Stelle, an der du warten solltest, oder einen Sammelplatz.

    Der Standplatzbruch

    Wurde früher einem Schützen auf einer Gesellschaftsjagd ein Stand zugeordnet, markierte man diesen mit einem Standplatzbruch. Er besteht aus einem Zweig, dem alle Triebe mit Ausnahme der Spitze entfernt wurden. Er steckt senkrecht im Boden. Meist legte man einen Leitbruch dazu, der angab, in welche Richtung der Stand nach dem Abblasen der Jagd verlassen werden soll.

    Heute verwendet man zur Markierung dieser wichtigen und sicherheitsrelevanten Stände meist Flatterband, oder stellt einen Drückjagdbock auf.

    Nicht jeder Bruch dient der Kommunikation. Einige werden aus Gründen der Brauchtumspflege genutzt und erfüllen keinen praktischen Zweck. Dennoch spielen sie auf der Jagd eine wichtige Rolle und sollten von jedem Jäger beherrscht werden. 

    Der letzte Bissen

    Wird ein Stück Schalenwild erlegt, so gewährt man ihm den letzten Bissen. Dabei handelt es sich entweder um einen Zweig der bruchgerechten Baumarten, oder um die zuletzt geäste Pflanze. Unbearbeitet im Äser stellt der letzte Bissen sicher, dass das Stück Schalenwild keinen Hunger leiden muss.

    In einigen Regionen wird auch Raufußhühnern der letzte Bissen gewährt.

    Das letzte Bett

    Als König des Waldes liegt der Hirsch stets am Kopf der Strecke

    Nach einer Gesellschaftsjagd mit die Jagdstrecke auf dem letzten Bett gelegt. Meist werden dazu Tannen- oder Fichtenzweige verwendet, auf welche die Wildkörper gebettet werden. Das letzte Bett ist stets rechteckig. Bei einer großen Strecke kann diese auch lediglich umrandet werden.

    Hier ist darauf zu achten, dass der Wildkörper stets auf die rechte Seite gelegt wird und die Stücke nach Ihrer Stärke sortiert sind.

    Darüber hinaus ist das Wild in folgender Reihenfolge auszulegen:

    1. Rotwild
    2. Damwild
    3. Sikawild
    4. Schwarzwild
    5. Rehwild
    6. Füchse
    7. Hasen
    8. Kanin
    9. Federwild

    Beim Niederwild wird jedes zehnte Stück um eine Körperlänge nach vorne gezogen.

    Der Trauerbruch

    Wird ein Jäger bestattet, erscheinen alle Jäger mit Hut und Trauerbruch. Bei ihm handelt es sich um einen Zweig, der mit dem Laub oder Nadeln nach innen auf der linken Hutseite getragen wird. Wenn man ans Grab tritt, zieht man den Hut und wirft den Trauerbruch hinein.

    Der Festtagsbruch

    Auf erfreulichen Treffen und Feiern tragen Jäger einen Festtagsbruch. Er gleicht dem Erlegerbruch, ist allerdings nicht mit Schweiß benetzt.

    Abschließende Worte

    Wir freuen uns immer sehr von unseren Lesern zu hören. Das Thema Brüche auf der Jagd ist sehr spannend. Vor allem würden wir gerne wissen, wie die Jungjäger zu ihnen stehen. Sind Brüche in deinem jagdlichen Alltag relevant? Welche Berührungspunkte hattest du bisher zu ihnen?

    Häufig gestellte Fragen

    Trägt man den Erlegerbruch links oder rechts?

    Wie überreicht man auf der Jagd einen Bruch?

    Welchen Bruch trägt man auf einer Beerdigung?

    Welche Bäume eignen sich für einen Bruch?

    Ist ein Buchen Bruch bei der Jagd üblich?

    Wohin zeigt der Inbesitznahmebruch beim männlichen Wild?

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