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Die Blattjagd – Alles zur Blattzeit, den Tönen und wichtigen Tipps

Die Blattjagd - Blattzeit, Töne & wichtige Tipps

 

Die Blattjagd ist für Rehwildjäger die schönste Zeit im Jahr. Hier werden in der Regel die meisten Böcke geschossen und diese Jagdart bietet viel Spannung und ein tolles Erlebnis. Hier werden Sie erfahren, wie Sie sich auf die Blattjagd vorbereiten, welche Blatter am besten, sind welche Töne den ersehnten Erfolg bringen und welche Orte im Revier besonders geeignet sind.

Was ist die Blattjagd überhaupt?

Die Blattjagd ist eine Lockjagd auf den Rehbock. Mit Locklauten wird er in Schussdistanz gelockt und anschließend erlegt. Reagiert er auf den Lockruf, so sagt der Jäger, dass er „springt“. Die Locktöne imitieren die brunftige Ricke. Dem Rehbock soll signalisiert werden, dass vor Ort ein geeignetes Stück zur Paarung bereit ist. Dieser Verlockung kann es nur schwer widerstehen.

Der Unterschied von Brunftzeit und Blattzeit

Viele Jäger verwechseln die Brunftzeit des Rehwildes mit der Blattzeit. Während die Brunftzeit etwa Anfang Juli beginnt und am Ende des Augusts endet, beginnt die Blattzeit erst in der Mitte des Augusts.

Die Brunftzeit beschreibt den gesamten Zeitraum, indem sich die Rehe miteinander paaren. Die Blattzeit hingegen beschreibt den Zeitraum, indem die Blattjagd auf den Rehbock ausgeübt wird. Damit beginnt man üblicherweise erst dann, wenn ein Großteil der Ricken bereits beschlagen ist. Das liegt vor allem daran, dass eine brunftige Ricke zu diesem Zeitpunkt eine deutlich höhere Lockwirkung auf einen Rehbock ausübt, als zu Beginn der Brunftzeit. Ein Rehbock der eine große Auswahl hat, springt nur sehr selten auf das Blatt.

Darum heißt es Blattzeit

Heute werden die Töne der brunftigen Ricke oder des brunftigen Schmalrehs meist mit einem Blatter imitiert. Traditionell wurden sie jedoch mit einem Buchenblatt nachgeahmt. In der Jägersprache sagt man daher: „Der Rehbock springt auf das Blatt“. Im Laufe der Zeit hat sich so der Begriff der Blattjagd etabliert.

Die besten Blatter für Blattjagd Töne

Mittlerweile wird das Buchblatt nur noch selten bemüht um das Fiepen der brunftigen Ricke nachzuahmen. Deutlich sicherer und einfacher ist der Einsatz eines Blatters.

Sehr etabliert ist der Buttolo Blatter. Er ist leicht zu bedienen und preiswert. Mit ihm können viele Blattjagd Töne erzeugt werden und der Rehbock springt zuverlässig auf ihn.

 

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Da er nicht sonderlich ansehnlich ist und wenig traditionsreich ist, gibt es Jäger, die seinen Einsatz ablehnen. Sie bestehen darauf einen Blatter aus Echtholz zu verwenden. Das Unternehmen Weisskirchen stellt hier ansehnliche und effektive Rehblatter her.

 

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Das obige Modell ist zudem geeignet um eine Hasenklage, einen Entenlockruf, sowie einen Vogelangstschrei zu imitieren.

Hilfreiche Blattjagd Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Viele Jäger klagen darüber, dass sie wenig Erfolg bei der Blattjagd haben. Wer sich an die nachfolgenden Tipps hält, wird große Verbesserungen verzeichnen können. Mit etwas Übung, der richtigen Ausrüstung und dem Einhalten einfacher regeln, kann in fast jedem Revier zur Blattzeit mindestens ein Rehbock erlegt werden. Wichtig dazu ist vor allem das Verständnis der Verhaltensweisen des Rehbocks.

Der richtige Zeitpunkt für die Blattjagd

Einer der wichtigsten Faktoren für die Blattjagd auf den Rehbock ist die Zeit. Je eher sich die Brunft dem Ende neigt, desto erfolgreicher wird man sein. Das liegt daran, dass ein Großteil der Ricken und Schmalrehe bereits beschlagen sind und die Suche nach brunftigen Stücken für den Rehbock immer schwerer wird. Fiept ein weibliches Stück und signalisiert Paarungsbereitschaft, kann er dem Ruf nicht widerstehen. Wird allerdings geblattet wenn der Rehbock eine breite Auswahl hat und bereits bei einem brunftigen Stück steht, wird er dieses nicht verlassen.

Ebenfalls zu beachten ist die aktuelle Witterung. Ist es besonders heiß, springt der Bock am besten am frühen Morgen und am späten Abend. Besonders am Ende der Blattzeit ist er ausgelaugt und versucht die starke Hitze zu meiden.

Ist es jedoch regnerisch und bewölkt, ist er den ganzen Tag lang aktiv.

Wo sollte man blatten?

Auch die Wahl des richtigen Ortes ist entscheidend. Auf freier Wiese oder am Feld wird man prinzipiell weniger Erfolg bei der Blattjagd haben. Deutlich vielversprechender sind Orte in der Nähe der Einstände. Hier ist jedes Revier unterschiedlich, doch die größten Erfolge wird man im Bestand erzielen können.

Während junge Böcke während der Brunft von älteren Böcken vertrieben werden und durch das Revier streifen, haben ältere Böcke einen deutlich kleineren Radius und entfernen sich nicht weit von ihren Einständen.

Die richtige Vorbereitung für die Blattjagd

Genau wie jede andere Jagdart bedarf es auch hier einiger Vorbereitungen. Die wohl wichtigste ist das auskundschaften der Einstände der Böcke. In ihrer Nähe muss geblattet werden.

Darüber hinaus gilt es jedoch auch für ein angemessenes Geschlechterverhältnis zu sorgen. Idealerweise gibt es genau so viele männliche wie weibliche Rehe im Revier.

Je mehr weibliches Rehwild es gibt, desto eher steht ein Rehbock bei einem brunftigen Stück und wird sich nicht anblatten lassen. Hier muss bereits ab dem Mai an dem Abschuss der Schmalrehe und in den Vorjahren am Abschuss der Ricken und weiblichen Kitze gearbeitet werden.

Ebenfalls sehr hilfreich ist es, an erfolgsversprechenden Orten Drückjagdböcke für die Blattjagd aufzustellen.

Die wichtigsten Blattjagd Töne in der Übersicht

Nachdem unter Berücksichtigung von Tageszeit und Windrichtung ein Stand zum Blatten eingenommen wurde, sollte man wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Unter keinen Umständen darf das Rehwild die Blatttöne mit dem Jäger in Verbindung bringen.

Im Anschluss sollte man besonnen blatten und jeden Ton genau durchdenken. Geblattet wird in Serien, welche ein authentisches Szenario bei der Brunft des Rehwildes widerspiegeln.

Zu Beginn sollte mit dem Rickenfiep begonnen werden. Der Rickenfiep signalisiert dem Bock zunächst, dass hier eine Ricke oder ein Schmalreh ist. Wichtig ist, dass dieser Ton nicht zu hoch ist, da er ansonsten dem Kitzfiep gleicht.

Nahgelegene Böcke könnten nach dem Fiep bereits in Sichtweite sein, andere machen sich auf den Weg zu Ihnen.

Der Rickenfiep sollte im Abstand von etwa 90 -120 Sekunden drei Mal wiederholt werden.

Sollte dies noch nicht dazu geführt haben, dass ein Rehbock ausgetreten ist, wird es Zeit für den PIA Ton. Dieser ist der Ruf des brunftigen Stücks nach dem Bock. Ihn hört man ausschließlich in der Brunftzeit. Um ihn authentisch zu imitieren beginnen Sie mit einem Rickenfiep und hängen im Anschluss 2-4x den PIA Ton an. Diese Serie wiederholen Sie im Abstand von 90 – 12 Sekunden drei Mal.

Im Anschluss kann das Szenario eines treibenden Bocks nachgeahmt werden. Da Fiepen wird zärtlicher, im Anschluss folgt der PIA Ton. Die Abstände zwischen den Tönen werden zunehmend kürzer. Dies soll einen Bock dazu bringen anzutreten, um den treibenden Bock zu verjagen.

Falls nichts klappt: Der Sprenglaut

Den Sprenglaut gibt eine Ricke oder ein Schmalreh von sich, wenn sie von einem Bock gedrängt wird und ihn nicht gewähren lässt. Der Laut ist weit zu hören und lockt auf Böcke auf große Distanz an, um den Eindringling zu vertreiben.

Da der Bock zunächst seinen Weg finden muss, sollte man im Anschluss mindestens 15 weitere Minuten auf seinem Stand bleiben und wachsam sein. Der Sprenglaut besteht aus sehr lautem Fiepen und einem sehr lauten, langgezogenen PIA Ton.

Abschließende Worte zur Blattjagd auf den Rehbock

Erfahrene Jäger verbuchen große Erfolge in der Blattzeit. Es bedarf etwas Übung und Passion um einen Rehbock zum Springen zu bewegen. Mit der nötigen Geduld gelingt es allerdings jedem.

Die Königsdisziplin ist das direkte kommunizieren mit Rehwild und das interpretieren der vernommenen Laute.

Zur Blattzeit sollte sich jeder ernsthafte Rehwildjäger im Revier befinden, zu seinem Blatter greifen und Erfahrungen sammeln.